Hier beschreibe ich meine Eindrücke und Erfahrung aus und in Togo. Ich gebe diese subjektiv wider und stelle nur meine Sicht der Dinge dar.
Ich freue mich, dass ihr euch dafür interessiert und hoffe, dass es nicht langweilig wird ;)

Dienstag, 25. März 2014

Gesundheit

Für alle Besorgten in Deutschland, die Angst hatten, dass ich in Afrika so oft krank werde mit was-weiß-ich-nicht-allem:
Ich kann euch sagen, ich bin eigentlich gar nicht krank :) Ich hatte zweimal in der ganzen Zeit für einen Tag kleine Magenverstimmungen (Magenschmerzen und Durchfall), sowie einmal Malaria, diese aber auch nur für einen Tag und sie äußerte sich in hohem Fieber (39 °C Grad). Ach ja, einen Tag Fieber hatte ich auch aber ich glaube, dieses lag an Übermüdung und ich habe nur einfach mal eine Tag nichts-tun gebraucht. Sonst bin ich topfit, kann alles essen, Leitungswasser trinken, mir mit Brunnenwasser die Zähne putzen und was-nicht-sonst-noch-alles. Nur als mir letztes Wochenende ein Besucher aus Deutschland Käse mitgebracht hat (echten deutschen Kuhmilchkäse) hatte ich am nächsten Tag Magenschmerzen und habe nichts gegessen. Das fand ich doch eher amüsant, dass mir von „guten“ (:D) deutschen Produkten hier schlecht wird :D Ich habe wohl zu lange keinen richtigen Milchprodukte mehr gegessen, aber ich hoffe, das kommt wieder, wenn ich wieder in Deutschland bin. Also mir geht’s sehr gut soweit.
Leider erwischt es die anderen Freiwilligen immer mal wieder: häufig ist Malaria, auch schon mal heftiger als ich es hatte, aber es ist immer gut wieder weggegangen. Außerdem hatten schon mehrere Amöben oder Parasiten sowie Magen-Darm-Infektionen (was immer das heißen soll). Doch eigentlich können diese Krankheitserreger leicht erkannt werden und auch entsprechend gut behandelt werden, da die Togolesen diese Krankheiten auch nicht selten haben. Letzte Woche hatte allerdings eine Freundin von mir Typhus. Das ist schon eher selten und damit ist nicht zu spaßen aber mittlerweile geht es ihr schon wieder deutlich besser....auch hierfür gab es die richtigen Medikamente. Also muss man sich eigentlich keine Sorgen machen. Nur bei Fällen, wo besondere Geräte wie MRT oder ähnliches gebraucht werden, sieht es eher schlecht aus.

Ich allerdings bin sehr froh über mein gutes Immunsystem und freue mich jeden Tag über meine Gesundheit, vor allem wenn ich die Geschichten der anderen höre ;)

Freitag, 28. Februar 2014

Die Family

Jetzt sind hier die langersehnten Bilder meiner Familie.


Das ist Jean. Er holt gerade Wasser aus unserem neuen Brunnen. Das war ganz am Anfang als es noch eine Baustelle war. Mittlerweile sieht er noch ein bisschen schöner aus.



Das ist Bea (Beatrice), meine Gastmama. Sie wird mich dafür hassen, dass ich dieses Foto reinstelle, denn eigentlich sind das ihre Hausklamotten, doch ich fande es schön natürlich so :) Irgendwann folgt auch mal ein Foto in "schön".


Und das ist Deborah, eine Auszubildene meiner Muter, die seit 2 Wochen bei uns wohnt und mit im Haushalt hilft, aber leider nicht so viel Französisch versteht.



Und da sind sie alle beim sonntäglichen Fufu-Essen. Schmeckt seeehr lecker!

Dienstag, 18. Februar 2014

Neues von der Wetterfront

Jetzt ist gerade Sonntag (ja ich kann den erst ein paar Tage später hochladen aber ihr müsst euch das jetzt einfach vorstellen) und ich sitze in meinem Zimmer und höre Musik und die lauten Regentropfen auf meinem Wellblechdach. Das ist ein enormer Geräuschpegel aber ich finde es total gemütlich. Es riecht nach Sommerregen und diesen liebe ich. Doch wegen des Regens kann ich nicht raus und deshalb dachte ich mir, es wird mal Zeit über das Wetter zu schreiben.
Als ich im September angekommen bin, war gerade Regenzeit. Das heißt aber nicht, dass es wie im Monsun stundenlang ununterbrochen regnet. Nein, es heißt vielmehr, dass es jeden Tag um fünf Uhr nachmittags regnet...man konnte fast die Uhr danach stellen. Manchmal auch noch einmal morgens. Aber es war immer ein regelmäßiger Regen und man hat den in der Luft vorher gerochen (am Himmel gesehen und die Stimmung hat sich geändert). Doch dieser war sehr kräftig und ein richtiger Regen. Aber er dauerte nicht so arg lange und danach war die Luft schön kühl und frisch. Vorher war sie meist eher ein bisschen schwül und drückend.
Dann im November regnete es kaum noch. Stattdessen kam ein frischer, kühler, trockener Wind aus Norden – der Harmattan. In der Nacht wurde es echt ziemlich frisch und auch morgens habe ich mir schon mal eine Strickjacke übergezogen. In dieser Zeit (November/Dezember) sah man dann viele Schulkinder, die morgens mit einem dicken Pulli zur Schule gegangen sind (sooooo kalt war es aber jetzt auch nicht...nichts im Vergleich zu unserem Winter). Dies war auch die Zeit der Erkältungen, mich hatte es auch erwischt, aber nicht weiter schlimm. Es war sehr trocken und dafür mittags auch ziemlich heiß – also größerer Unterschied zwischen Tag- und Nachttemperatur. Ich benutze jetzt die Worte „heiß“ und „kalt“ aber ich kann euch leider nicht genau sagen, wie heiß und kalt das ist. Ich würde sagen, bei „heiß“ sind es hier schon so 35-40° C und bei „kalt“ in der Nacht bestimmt nur 20° C. Aber diese Angaben sind grob geschätzt...ich habe keine Ahnung von richtigen Temperaturen, weil es hier auch keine Thermometer gibt.
Dann war ich im Urlaub und als ich Anfang Januar wiederkam, sagte meine Gastmama mir, dass es in der Zwischenzeit einmal geregnet hatte. Das war aber nicht normal. Auch in den letzten 3 Wochen hat es immer mal wieder (also vielleicht alle paar Tage) einmal am Tag geregnet. Das ist sehr unnormal. Normalerweise ist es in dieser Zeit des Jahres sehr trocken und es wird immer heißer bis ungefähr April. Dann fängt die zweite Regenzeit an. Also auch hier spielt das Wetter verrückt, genauso wie in Deutschland, und ich vermute es liegt am Klimawandel – woran sonst?! Das ist jedoch nicht sehr gut, da die Bauern nicht wissen, ob der relativ regelmäßige Regen momentan anhält oder nicht. Wenn sie jetzt schon aussähen und dann regnet es nachher nicht mehr, ist die gesamte Ernte hin und die Saat war umsonst. Ich persönlich aber finde ein bisschen Regen nicht so schlimm. So gibt es immer mal wieder eine Abkühlung und die Pflanzen werden ein bisschen gegossen. Trotzdem bringt er das gesamte Ökosystem und den Biorhythmus durcheinander. Also merken wir uns: auch hier macht sich der Klimawandel in nicht unwesentlichem Maße bemerkbar. Vielleicht sollten wir bei uns doch mal anfangen, weniger Strom zu verbrauchen, weniger Auto zu fahren, nur lokale Produkte zu kaufen und auf unseren ökologischen Fußabdruck zu achten, denn in anderen Teilen der Welt hat die Veränderung des Klimas, Auswirkungen auf das Überleben von Familien (→ Ernte).

Sonntag, 16. Februar 2014

"Meine" Kiddies

Hier sind ein paar Bilder von meinen Kindern auf der Arbeit. Die sehen jetzt vielleicht alle ganz süß aus auf den Bildern, können aber auch ziemlich laut und unzähmbar sein. Aber eigentlich mag ich sie alle sehr gerne und es ist spannend, zu sehen, wie sie sich verändern und wie jeder so seine Eigenschaften und Eigenarten hat:
Chantal (5 Jahre) und Boube (4 Jahre)


Benoit (5 Jahre), Kokuvi (5 Jahre) und Samuel (5 Jahre, der nicht hier wohnt aber seine Mutter mit mir arbeitet und so ist er auch viel da)


Emanuel (2 Jahre)


Esse (8 Jahre) und Condoliza (6 Jahre)
Raphael (10 Jahre)

Mawssi (1 Jahr) und Kekeli (6 Monate)

Mittwoch, 15. Januar 2014

Urlaub im "Norden"

So, da bin ich wieder. Jetzt sind es auch schon wieder fast zwei Wochen, seitdem ich gesund und wohlbehalten aus dem Urlaub wiedergekommen bin. „Warum Urlaub? Mit wem?“ wurde ich gefragt. Also zu 1.: Ich möchte ja auch ein bisschen von Togo und den Nachbarländern sehen und da bieten sich die Schulferien gut an, da ich so mit zwei Mitfreiwilligen, die in der Schule arbeiten, fahren konnte. Zur zweiten Frage: das waren Sandra und Elisabeth...Fotos folgen.

Als erstes sind wir nach Lomé gefahren, um unser Visa abzuholen. Von da aus haben wir einen großen Reisebus genommen, um nach Kara zu fahren. Diese Stadt liegt schon ziemlich weit im Norden...schaut mal auf der Karte unter der Rubrik „Togo“. Kara war eine sehr schöne Stadt mit viel Grün, aber nicht zu groß und daher auch für uns als Touristen schön übersichtlich. Sie ist die zweite Stadt in Togo, die eine Universität hat, und mein Eindruck war, dass hier sehr viele junge Leute leben.

Hinten rechts am Flussufer sieht man ein kleines Feld. Dort wurden Wassermelonen angebaut. Ein ähnliches befand sich auch auf der anderen Seite des Fluss.

Hier mal ein klasse Bild von uns im Auto. Es ist normal (oder besser gesagt es muss so aufgefüllt werden), dass hinten 4 und vorne 3 sitzen...es gibt bequemeres aber für nicht all zu lange Strecken (in diesem Fall Sokodé – Kara, da der Reisebus nur bis Sokodé fuhr) geht das auch.


Am nächsten Tag ging es weiter in die mit nördlichste Stadt Togos: Dapaong. Auf dem Weg fuhren wir durch eine abwechslungsreich hügelige Landschaft. 
Die Landschaft im Norden unterscheidet sich doch sehr von der im Süden. Im Norden ist es viel trockener und savannenartiger und eher so wie man sich „Afrika“ vorstellt.
Von Dapaong aus haben wir uns das UNESCO - Weltkulturerbe, die „Grottes de Nok“ angesehen.
Nach der knapp einstündigen Fahrt auf dem Motorrad auf einer Sandpiste (die Straße war noch nicht ganz fertig asphaltiert, obwohl diese die Verbindungsstraße für die LKWs zwischen Lomé und Ouagadougou ist) durch eine sehr schöne aber karge Landschaft sahen wir ungefähr so aus:
Nach dem Rückweg war es noch schlimmer aber wir haben herzlichst drüber gelacht.

In diesen in den Fels wie eine „Einbuchtung“ eingelassenen Grotten haben sich im 18. und 19. Jahrhundert die Bewohner des nahegelegenen Dorfes im Falle eines Kriegsangriffes für bis zu 6 Monaten versteckt, d.h. dort gewohnt, um nicht von den Angreifer gesehen zu werden.

Die Art Säulen mit dem Loch, die man links sehen kann, dienten als Vorratsbehälter und dahinter befand sich die „Höhle“, die sehr klein war, dafür, dass sie bis zu 200 Leute beherbergt hatte.

Von oben auf dem Fels (also über den Höhlen sozusagen) hatten wir eine sehr schöne Aussicht.


Auch die Rückfahrt in der Abendstimmung mit der untergehenden Sonne war sehr beeindruckend, doch wieder eine sehr staubige Angelegenheit.
Der Ausflug hatte nur einen kleinen bitteren Beigeschmack – wir haben wegen eines Missverständnisses zwischen uns und unseren Motofahrern sowie wegen der mangelnden Ehrlichkeit unseres Guides doppelten Eintritt bezahlt. Das hat uns doch etwas aufgeregt.

Nach dem Aufenthalt in Dapaong ging es wieder ein Stückchen in den Süden, um über die Grenze nach Benin zu fahren. Der Grenzübergang hat problemlos geklappt und so konnten wir weiterfahren nach Tanguiéta, dem Ort, der direkt an den Pendjari-Nationalpark grenzt, welcher im Norden Benins an der Grenze zu Burkina Faso und Niger liegt.
Der Nationalpark soll mit einer der schönsten Westafrikas sein und daher haben wir uns entschlossen, diesen zu besichtigen. Ich war sehr skeptisch, weil ich erstens nicht sooo ein Tierfan bin und zweitens nicht davon ausgegangen bin, dass wir viele Tiere sehen werden....dafür braucht man ja immer sehr viel Glück. Außerdem war das doch ein teurer Spaß, aber wahrscheinlich trotzdem noch billiger als in Kenia oder Südafrika und deshalb haben wir es doch gemacht. Da man die meisten Tiere in der Abend- oder Morgendämmerung sieht, wollten wir eine Nacht im Park zelten, was sehr kalt war aber sonst ein schönes Erlebnis. Man kann den Park nur mit einem Auto besichtigen, da er sehr groß ist (275000 ha) und so haben wir auf der Suche nach zwei Mitfahrern zufällig zwei andere weltwärts – Freiwillige aus Lomé getroffen, die wir schon vorher flüchtig kannten und die genau am selben Tag in den Park fahren wollten wie wir. Durch diesen glücklichen Zufall hatten wir zwei sehr nette Mitfahrer und es wurde eine lustige „Fahrt“. Auf unseren drei Fahrten (morgens, abends, morgens) durch den Park haben wir diverse Tiere gesehen: viele Antilopen, Affen, „Bibale“ (sehr selten und wie ein großer Hirsch, würde ich sagen), verschiedene Vögel, Krokodile, Nilpferde, eine Büffelherde, mehrere Elefanten und als Highlight 5 Löwen auf einmal, die uns auf der Straße direkt entgegengekommen und nur ein Meter an unserem Auto entlang gegangen sind! Das war eine super Überraschung und wir hatten alle einen richtigen Adrenalinkick. Hier ein paar Bilder...es war echt schwierig nur ein paar zu nehmen! 




Nach dem Nationalpark haben wir noch Stopp bei einem Wasserfall gemacht, der auf dem Weg lag und wo wir herrlich schwimmen gehen konnten, weil es so tief war.


Nach einer weiteren Übernachtung in einer Stadt, deren Name euch sowieso nichts sagt, sind wir wieder nach Togo gefahren, um 2 Freiwillige von unserer Gruppe von 17 Deutschen zu besuchen, die in einem Dorf (Balanka) an der Grenze zu Benin ziemlich in der Mitte von Togo wohnen und arbeiten. Der Grenzübergang war der einfachste, den ich je hatte: es gab gar keinen Grenzposten. Das war ein bisschen blöd für uns, da wir einen Stempel für unseren Pass brauchen, dass wir wieder nach Togo eingereist sind. Naja, diesen haben wir uns dann erst bei unsere Rückreise auf der Durchfahrt durch die nächst größere Stadt geholt. Mit einem netten Lächeln, bisschen Smalltalk und Austausch der Handynummern alles kein Problem.
In Balanka hatten wir eine schöne Zeit und es war sehr interessant, ihr Haus sowie ihren Arbeitsplatz (eine große Bibliothek, die eine sehr große Bücherauswahl hat) zu sehen. Die beiden sind dort sehr unabhängig von der Organisation und haben schon viele interessante Sachen verantstaltet, wie jetzt in den Ferien eine Akademie, wo sie gebastelt etc. haben mit den Kindern, die Lust hatten. 

Wir sind hier auf dem Dach der Bibliothek.

So waren die Ferien auch schon vorbei und wir mussten uns wieder auf den Heimweg machen. Es war insgesamt eine sehr schöne Reise und ich hätte noch gut ein bisschen weiter reisen können, doch es war auch sehr schön nach Hause zu kommen zur Familie etc. und in die vertraute Umgebung.

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Neue Familie

Meine Lieben,
es hat sich auch noch etwas anderes bei mir ereignet: Ich habe zum 1. Dezember hin die Familie gewechselt. Warum, fragt ihr euch jetzt? Nein, das macht man normalerweise nicht, doch mir war meine alte Familie, kurz gesagt, zu europäisch und nicht das, wofür ich hergekommen bin. Deshalb habe ich direkt am Anfang der Organisation und der Familie gesagt, dass ich gerne wechseln möchte. Das hat dann etwas länger gedauert, sodass ich jetzt umgezogen bin. Trotzdem arbeite ich noch weiterhin in der alten „Familie“. Das war am Anfang etwas komisch aber jetzt hat sich das so langsam eingespielt und es funktioniert eigentlich ganz gut.
Die jetzige Familie besteht „nur“ aus einer Mutter, Béa, und einem 17-jährigen Sohn, Jean. Die Schwester ist in Lomé und studiert. Mit beiden verstehe ich mich sehr gut und da wir nur zu dritt sind, ist alles ganz unkompliziert und ich fühle mich gut aufgenommen.
Das ist mein neues Zuhause:
Da meine Mama Schneiderin ist, befindet sich die Schneiderei direkt vorne hinter der roten Tür im gelben Haus. Das ist immer sehr cool, ihr und ihren Lehrlingen bei der Arbeit zuzusehen, da da immer sehr schöne Kleider entstehen. Leider haben sie im Moment wegen Weihnachten sehr viel zu tun, sodass sie auch mal bis nachts um Mitternacht arbeiten. Ich hoffe, nach diesem ganzen Stress auch mal die Nähmaschinen (mit Fußantrieb) ausprobieren zu können und eigene Kleider in Auftrag geben zu können.
Wenn man durch die Schneiderei geht, kommt man in den Innenhof.

Direkt links, wo die offene Tür mit Fliegengitter ist, geht es in mein Zimmer.

Es ist schön groß und ich habe mich direkt häuslich eingerichtet. Mittlerweile hängen auch Fotos an der Wand. Ich habe sogar ein Bad im Zimmer:

Das ist sehr praktisch, doch auch ein ziemlicher Luxus, den nicht jeder Freiwilliger hat ;)
Wenn man dann weiter durch den Hof geht, kommt links, angrenzend an mein Zimmer die Küche:
Hier helfe ich oft Jean beim Kochen oder mache mir selbst Wasser fürs Frühstück warm. Wir kochen mit Gas, wie man sieht, aber in den meisten anderen Familien wird mit Kohle gekocht. Ich denke für drei Personen ist es einfach viel effizienter mit Gas zu kochen, deswegen machen wir das so.
Im Hof geradeaus(in dem Haus mit dem Fenster) ist dann das eigentliche Wohnhaus mit den Zimmer der Mutter, des Bruders, einem Bad und einem Wohnzimmer:
 mit angrenzendem Esstisch.
Das wäre dann das Haus. Dazu gehören noch 2 Hunde und mehrere Hühner.
Im Moment wird ein Brunnen hinter dem Wohnhaus gebaut, da es momentan noch keinen im Hof gibt und es doch etwas mühsam ist, alle 2 Tage Wasser zu holen ;) Es gibt dann ein Bild, wenn dieser fertig ist.

So, das war erstmal mein neues Umfeld.
Morgen geht es auf Richtung Norden. Ich freue mich schon sehr und bin sehr gespannt, was ich so erleben werde. Ein Bericht folgt !

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Ein Wochenende Hauptstadtflair

Das vorletzte Wochenende (22.11-25.11.) hatte der GIZ Beauftragte für Togo, Herr Teck, alle weltwärts-Freiwilligen in Togo zu einer Grillparty bei sich zu Hause eingeladen, damit wir uns mal alle kennen lernen. Ich fand das eine sehr gute Idee und so bin ich mit den anderen Freiwilligen aus Kpalimé, mit den ich sonst am Wochenende auch immer was mache, am Freitag nachmittag losgefahren nach Lomé.
Nach Lomé reist man am besten mit dem Auto. Das sind meistens Privatleute, die sowieso nach Lomé fahren und dann Mitfahrer suchen, um etwas dazu zu verdienen. Damit es sich aber richtig lohnt, werden die Autos auch wirklich voll gemacht, das heißt auf den Beifahrersitz zwei Personen und hinten vier. Manchmal kommt noch ein Baby dazu. So sind wir 6 Freiwilligen dann glücklicherweise alle in einem Auto nach Lomé gefahren.  Hat ungefähr 1,5 Stunden gedauert und mich 2000 CFA gekostet also 3,5 Euro. Das war eine lustige Autofahrt!
Da die Grillparty bei Herrn Teck zu Hause statt fand, haben wir uns direkt dorthin fahren lassen. Das war äußerst interessant, denn er wohnt in dem Ausländerviertel (so glaube ich) von Lomé. Dieses war mit einer Schranke bewacht und an jedem Haus gab es einen Wachmann. Es gab nicht den üblichen Straßenverkauf und Trubel auf der Straße und es waren ungewohnt viele dicke Autos unterwegs sowie Weiße. Das war echt krass und ich fühlte mich, wie in einer anderen Welt und nicht mehr in Togo. Mir war echt unwohl und irgendwie war das sehr irreal. Auch das Haus von Herrn Teck war sehr luxuriös mit eigenem Pool, schönem großen Haus und Angestellten. Es gab sehr gutes europäisches Essen. Die Nacht habe ich mit 5 anderen Freiwilligen bei Herrn Teck im Gästezimmer auf dem Boden verbracht und am Morgen erwartete uns ein super Frühstück mit selbstgemachten Croissants, Kaffee, Obst, Nutella und Milch. Es war wie in einem 5-Sterne-Hotel. Doch ich war dann froh als wir nach dem Frühstück aufgebrochen sind und wieder in das „normale“ und aufregendere Lomé gegangen sind. Zusammenfassend war die Feier sehr nett und ich fand es eine sehr gute Idee von Herrn Teck. Ich habe aber leider nicht mit allen (50) Freiwilligen reden können. Doch jetzt im Nachhinein bin ich sehr sehr zufrieden mit den 16 Freiwilligen, die mit mir bei der selben Organisation sind und mit denen ich sehr viel mache, und ich liebe sie sehr :) Denn da waren auch echt komische Leute dabei, bei denen ich mich gefragt habe, was sie in Togo wollen und mit welchen Einstellungen sie hier hingekommen sind.

Wieder raus aus dem Viertel ging es für 9 von unserer Gruppe (die Freiwilligen in der gleichen Organisation mit mir, mit denen ich sehr viel zusammen mache) zu einem togolesischen ASTOVOT - Freiwilligen, auf dessen Dach wir die Nacht verbringen sollten. Wir haben unsere Sachen dort abgeladen und ab ging es auf den Markt von Lomé.
Ich liebe einfach den Markt: man bekommt dort einfach alles, über Gemüse, Früchte, Fisch, Schuhe, Anziehsachen, Töpfe, Stoffe, Kekse, Koffer, Schmuck, Hygieneartikel und vieles mehr. Es ist wie ein riesen Kaufhaus. Der Markt in Lomé ist auch echt seeeehhhr groß mit vielen kleinen engen Gassen! Man kann sich gut verlaufen, auch weil es sehr trubelig ist, da es so viel Straßenverkauf gibt. Das gefällt mir aber gerade so. Wir sind also einfach nur drüber gebummelt und waren von Reizen überflutet. Was mir besonders Spaß macht, ist alles Essbare zu kaufen, was ich nicht kenne und zu probieren....das ist mein zweites Hobby geworden, auch in Kpalimé. :)
Am Nachmittag haben wir im Goetheinstitut Lomé vorbeigeschaut und uns erstmal einen leckeren Crêpe gegönnt.
Leider war das Institut geschlossen, weil Samstag war, aber sonst gibt es dort coole Veranstaltungen und eine Bibliothek und gelegentlich Ausstellungen. So haben wir uns nur ein bisschen im Hof ausgeruht.
Abends waren wir bei einem kleinen Film“festival“. Es war nicht wirklich ein Festival, da nur ein Film gezeigt wurde, doch anschließend wurde über diesen diskutiert. Im Film ging es über den generellen Fleischkonsum, vor allem in Europa, und wie das Fleisch hergestellt wird und wie viele Rohstoffe eigentlich für ein Kilo Fleisch gebraucht werden etc. Es war sehr interessant und etwas schockierend, auch wenn ich vieles doch eigentlich schon wusste. Das ganze wurde von OADEL (www.oadel.org) veranstaltet, einer Organisation, die sich dafür einsetzt, dass mehr togolesische Produkte von Togolesen gekauft wurde. Sie versucht klarzumachen, wie wichtig der lokale Absatz auch für die Bevölkerung ist. Besonders in der nachfolgenden Diskussion habe ich sehr viel über die Abhängigkeit Togos von Europa und von den ausländischen Märkten erfahren und wo die Probleme Togos im weltweiten Wettbewerb liegen. Das war sehr interessant, doch ich habe auch gemerkt, dass es noch viel zu tun gibt und dass Europas Politik doch eine gewisse Mitschuld trifft.
Im Anschluss sind wir zu einem „Grillfest“ gefahren, das man sich aber wie ein kleines Oktoberfest vorstellen kann: es gab eine Bühne mit Gesangs- und Tanzeinlagen, sowie Essens- und Getränkestände. Ich hatte das Gefühl, dass sich hier die High Society Lomés und die Neureichen treffen. Ich fühlte mich nicht so sehr wohl in dieser Gesellschaft und war froh, als wir dann endlich zu unserem Schlafquartier aufgebrochen sind.
Es war herrlich unter freiem Himmel über den Dächern Lomés zu schlafen! Nur nachts wurde es etwas kalt. Hier unser Quartier:

Am nächsten Morgen ging es erst mal frühstücken: das war für mich Reis mit Bohnen und scharfer Soße am Straßenrand...herrlich! Ich weiß, was ihr jetzt denkt...ja man kann auch Brot mit Omelett und Kaffee etc bekommen, doch ich hatte echt Hunger und das war schnell gefunden und schnell „bestellt“. Danach ging es ab zum Strand. Doch das war leider eine längere Angelegenheit, da wir erst mit dem Auto dort eine halbe Stunde hinfahren musste, da der Strand direkt in Lomé zu hohe Wellen hat und zu viel Strömung. Aber endlich angekommen war es super schön und die Wellen waren echt krass groß aber das hat dann noch mehr Spaß gemacht. Beim Rausgehen musste ich echt aufpassen, dass ich nicht direkt wieder hereingesogen werde. Aber das Meer ist so schön warm und ich habe mich gefühlt wie im Urlaub!! Hier zwei sehr gute Freundinnen von mir (es gibt leider kein schönes Bild von mir am Strand :D )
Nach diesem entspannten Vormittag am Strand ging es wieder mit dem Auto, schön gequetscht, ab nach Kpalimé. Ich habe mich sehr gefreut, als ich dann um kurz nach fünf wieder gut im Stadtzentrum ankam und zu meiner Zufriedenheit fühlte es sich an, wie nach Hause kommen. Das war ein tolles Gefühl!