Hier beschreibe ich meine Eindrücke und Erfahrung aus und in Togo. Ich gebe diese subjektiv wider und stelle nur meine Sicht der Dinge dar.
Ich freue mich, dass ihr euch dafür interessiert und hoffe, dass es nicht langweilig wird ;)

Dienstag, 3. Juni 2014

Workcamp

 Jetzt haben wir auch schon Ende Mai und mein Jahr hier in Togo neigt sich leider schon dem Ende zu...jedenfalls der offizielle Freiwilligendienst, der am 30. Juli endet. Bei ASTOVOT, meiner Organisation hier in Togo, ist es üblich, dass die weltwärts-Freiwilligen am Ende ihres Dienstes zusammen ein dreiwöchiges sogenanntes "Workcamp" veranstalten, bei dem die Freiwilligen ein Gebäude, Latrine oder ähnliches renovieren oder neu errichten. Dies organisieren und planen sie eigenverantwortlich und suchen sich selbst ihr Projekt aus, bekommen aber Unterstützung durch lokale Handwerke und Fachleute. So sollen auch wir uns dieses Jahr etwas überlegen. Wir haben uns dazu entschieden, eine teilweise abgebrannte Grundschule in Agou Nyogbo Agbetiko (ein Dorf, wo zwei Freiwillige von uns sind) zu renovieren und eine Umweltwoche zu veranstalten, in der wir über Müll, Abholzung, Monokulturen etc. aufklären wollen. Das Ganze soll von Ende Juni bis Mitte Juli stattfinden.
Hier seht ihr ein paar Bilder der Grundschule. Wir werden das Dach erneuern sowie streichen und die Fenster ausbessern. 
 


 



Da wir dieses Workcamp ganz selbstständig organisieren, sind wir auch für die Finanzierung verantwortlich. Wenn jemand von euch dieses Projekt unterstützenswert findet, würden wir und natürlich die Dorfbewohner und -kinder uns deshalb sehr über eine kleine Spende freuen!

Wenn ihr die Spende NICHT von der Steuer absetzen möchtet, wäre es am einfachsten, diese direkt auf mein Konto zu überweisen und ich hebe das vor Ort ab und gebe es ab. Das wäre folgende Bankverbindung:

Kontoinhaber: Judith Karin Potthoff
DKB
Kontonummer: 1030631988
BLZ: 120 300 00
IBAN: DE88 1203 0000 1030 6319 88
BIC: BYLADEM 1001
Verwendungszweck: Workcamp Schule Agbetiko


Wenn ihr eure Spende gerne anhand des Kontoauszuges von der Steuer absetzen möchtet, müsstet ihr diese auf das SCI-Konto (Organisation der anderen Freiwilligen hier, die das Workcamp mit uns machen) überweisen. Folgendes wären die Kontodaten:

Kontoinhaber: Service Civil International
Sparkasse Köln Bonn
BLZ: 370 501 98
Kontonummer: 9600 941
Verwendungszweck: Workcamp Grundschule Agbétiko



Schonmal ganz herzlichen Dank an alle Spender!

Ich freue mich bereits auf drei arbeitsintensive, schweißtreibende Wochen und eine schöne Schule am Ende ;)





Dienstag, 13. Mai 2014

Im Süden Benins

Jetzt hat es mal wieder etwas länger gedauert, bis ich etwas von mir hören lasse aber es war viel los hier. Hier folgt mein Reisebericht von meinem kleinen Urlaub in Benin mit Julia (eine Mitfreiwillige und gute Freundin), den wir vor knapp 3 Wochen begonnen haben. Ich hoffe, es ist nicht zu lang und langweilig. Viel Spaß :)

Tag 1: Visa-Drama
Julias und meine Reise sollte wegen des Visums in Lomé beginnen. Also sind wir Donnerstag hin, um auch ja pünktlich am Freitag um 8.00 Uhr bei der beninoisischen Botschaft in Lomé zu sein. Dort angekommen hieß es, der Botschafter sei vor zwei Wochen gestorben und morgen soll die Beerdigung sein, deshalb arbeiteten sie an diesem Freitag nicht – also kein Visum für uns. Was machen wir jetzt? Julia und ich sind die verschiedenen Botschaften abgelaufen, um herauszufinden, ob man an der Grenze ein Visum bekommt. Keiner konnte uns eine sichere Auskunft geben und so sind wir einfach mal hingefahren zur Grenze....gut, dass Togo nicht so breit ist :)
Nach einigem Betteln und ein bisschen Lügen haben wir netterweise ein 48 Stunden Visum bekommen, das wir aber in Cotonou verlängern mussten. Deshalb sind wir an dem Nachmittag schnell nach Cotonou zur Behörde gedüst, um noch in den Öffnungszeiten anzukommen. Sonst hätten wir bis Montag warten müssen und dann wäre das Visum ja schon abgelaufen. Die Frau war so nett, uns trotz paar Minuten Verspätung noch dranzunehmen. Sehr erleichtert und ohne Pass haben wir eine halbe Stunde später die Behörde verlassen und uns erstmal in unserer neuen Umgebung orientiert.

Cotonou ist die wirtschaftliche Hauptstadt Benins und das merkt man auch: sehr groß und voll mit viel Verkehr und ungefähr so wie Lomé – nicht besonders schön.

Ein tpisches Straßenbild in Cotonou
Hier wollten wir eigentlich nicht lange bleiben. So haben wir uns möglichst schnell eine billige Herberge gesucht (fündig wurden wir im muslimischen Viertel) sowie schnelles, billiges Essen und auf ins Bett sind wir....wir waren doch etwas erschöpft von der ganzen Aufregung aber auch froh, dass alles noch irgendwie funktioniert hat.


Tag 2: Porto Novo zum Ersten
Heute gings auf nach Porto Novo, die eigentliche Hauptstadt. Porto Novo wurde zu Zeiten der Portugiesen erbaut. Das sieht man auch am Baustil, da viele Häuser noch im kolonialistischen Stil sind – sehr schön, auch wegen der guten Lage am See!
Julia auf der Brücke vor Porto Novo
Schlafen wollten wir im Centre Songhai, das ein Zentrum für nachhaltigen Anbau, Recycling, Verwendung lokaler Produkte etc ist, schon seit 1985 existiert und wie ich finde auf einer riesigen Fläche gebaut ist. . Dort haben wir auch am Nachmittag eine Führung über das Gelände gemacht, bei der uns die verschiedenen Bereiche gezeigt wurden: von Fisch-, Hühner-, Perlhuhn-, Truthahn-, Buschrattenzucht über Landwirtschaft (Papayas, Pampelmusen, Taro, Zwiebeln, Chilis, Gurken, Tomaten, Okraschoten, Möhren etc.) zu Plastiktütenrecycling, Palmöl- und Saftherstellung sowie Biogasgewinnung und Stromerzeugung.
Die Fischzucht im Centre Songhai
Gleichzeitig befindet sich dort ein Ausbildungszentrum, wo die Auszubildenden in allen Bereichen geschult werden und auch wohnen können. Ich finde es ein sehr interessantes Zentrum mit einem guten Ansatz, das es noch öfters geben sollte. Trotzdem wurden hier die Hühner in Legebatterien gehalten :D
Abends sind wir in die Innenstadt gegangen, um etwas zu Essen sowie das im Reiseführer beschriebene Kino zu suchen. Letzteres haben wir leider nicht gefunden, dafür aber ein Plakat zu einer Vorführung traditionellen Tanzes wie wir ihn auch samstags immer machen. Mit einer Stunde Verspätung (die unser aber sehr zu Gute kam, da wir so noch pünktlich waren) fing sie dann auch an und es hatte sich auch echt gelohnt: die Tänze waren sehr gut und die Kostüme und das Bühnenbild genauso. So war es doch noch ein netter Abend gewesen.

Tag 3: Porto Novo zum Zweiten
Für diesen Tag (Sonntag) hatten wir uns das ethnografische Museum vorgenommen. Die Ausstellung handelte von Geburt, Hochzeit und Tod in Benin. Außerdem gab es eine Ausstellung von verschiedenen Voodoo-Masken der oruba (= Volksgruppe im Südosten Benins) (Voodoo ist hier der Animistenglaube, der in Benin sehr verbreitet, in Togo aber eher verpönt und schlecht angesehen ist), die je nach Form und Darstellung eine bestimmte moralische Belehrung vermitteln wollen. Dank unseres guten Führers haben wir viel über die beninoisische Kultur und die Gebräuche gelernt und konnten auch Gemeinsamkeiten mit Togo entdecken.
Nach einem sehr leckeren Mittagessen in einem veganen Restaurant mit anschließender Mittagspause ging es auf zum Markt und wir sind noch so durch die Stadt gebummelt. Hier ein paar Eindrücke für euch:



Tag 4: Rückkehr nach Cotonou
Heute sollten wir abends unser Visum in Cotonou abholen. Deshalb haben wir uns wieder auf nach Cotonou gemacht. Die Hotelsuche gestaltete sich auch etwas aufwendig aber schließlich wurden wir in dem Viertel, wo wir vorher schon geschlafen hatten, fündig. Schnell haben wir uns auf in die Innenstadt gemacht, denn wir wollten in eine Kunstausstellung, von der wir im Reiseführer gelesen hatten. Diese befand sich aber leider nicht mehr an dem Ort, der drinstand. So mussten wir ein bisschen rumfragen aber wir haben sie schließlich noch gefunden. Sie hatte sich auch echt gelohnt: es war eine Fotografiesammlung von Samuel Fosso, ein zeitgenössicher Künstler, und Dank einer kostenlosen Führung haben wir auch verstanden, was der Künstler übermitteln wollte. Das Gebäude war auch sehr schön und modern, weil es von einer Stiftung geführt wird (“Fondation Zinsou”, Fondation Zinsou), die ziemlich viel Geld investiert hat. So fühlte ich mich ein bisschen wie in einem Museum in Paris.
Im Anschluss haben wir uns mal ein richtiges Kugeleis gegönnt: das war echt lecker! Aber auch ziemlich teuer....Danach haben wir endlich die lang ersehnten Pässe abgeholt. Das hat auch alles problemlos geklappt. Daraufhin ging es zurück, auf Nahrungssuche und ins Bett, denn am nächsten Tag wollten wir früh aufstehen.
So sind wir durch Cotonou gecruist

Tag 5: Die Geschichte des Dahomé-Königreich in Abomey
Heute sind wir früh aufgestanden, da wir einen der großen Reisebusse Richtung Norden nehmen wollten. Für uns ging die Reise in diesem Bus ungefähr 4 Stunden bis Bohicon. Dort wollten wir auf Motorradtaxis umsteigen, die uns nach Abomey bringen sollten. Doch das war leichter gesagt als getan: da wir hier an einem Touristenziel waren gab es so ein Hauen und Stechen um uns. Wir hatten uns klugerweise vorher über den wahren Preis informiert aber für den wollte uns Weiße keiner mitnehmen. Schließlich hat doch einer eingewilligt aber nur missbilligend und so gab es während der Fahrt noch Diskussionen. Da sind wir abgestiegen und haben glücklicherweise einen netten jungen Mann gefunden, der sowieso nach Abomey musste, und uns auf seinem Motorrad mitgenommen hat. Am Ende hat er es auch noch ganz umsonst gemacht und uns bis vor das Museum gebracht. Das war wirklich sehr nett gewesen von ihm!
Dieses historische Museum befand sich in den Gebäuden von zwei der ehemaligen Könige des Dahomé- Königreichs, das von 1600 bis 1900 im Süden Benins existierte. Das Areal war riesig mit Innen- und Außenhof aber für meinen Geschmack nicht sehr königlich gestaltet. In unserem Eintritt war eine Führung mit inbegriffen und so hatten wir eine kluge aber nicht sehr motivierte Dame an unsere Seite, die uns sehr viel Interessantes über die Geschichte, die Gebräuche, das Hofleben, die Rituale etc. dieses Königreiches erzählt hat. Außerdem hat sie uns auf dem Gelände herumgeführt und uns die verschiedenen Gebäude und ihre (ehemahlige) Funktion erklärt. Noch heute finden auf dem Gelände Veranstaltungen der noch lebenden königlichen Familie statt, die auch für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Die Führung war sehr interessant und informativ.
Nach dem Museum waren wir auch eigentlich schon fertig in dieser Stadt, denn so arg viel zu machen gab es dort nicht mehr. So haben wir uns wieder ein Motorrad gesucht, um weiter zu fahren Richtung Westen.
Julia auf der Fahrt Richtung Westen mit dieser schönen Landschaft
Unser Ziel war Possotomé, ein kleines Dorf am Rande des Lac Ahémé. Dafür mussten wir vom Motorrad in einer weiteren Stadt in ein Auto umsteigen Richtung Comé, welches an der Verbindungsstraße zwischen Togo und Benin liegt, um von dort aus wieder ein Motorrad zu nehmen nach Possotomé. Vor Sonnenuntergang haben wir es aber noch wohlbehalten dorthin geschafft und nach einigem Fragen auch die Ecolodge gefunden, die man Julia hier in Togo empfohlen hatte. Diese war wirklich sehr nett gelegen direkt am Ufer des Sees und so hatten wir in dieser Nacht ein Zimmer, das mit Bambusstelzen auf dem Wasser gebaut war. Das war sehr gemütlich! Nach der alltäglichen Essenssuche im Dorf waren wir so auch schnell im Bett und sind mit Seegeplätscher eingeschlafen.  
Das war unser Zimmer auf dem See


Tag 6: Als Fischer auf dem See
Nach gemütlichem Ausschlafen und einem kleinen bescheidenen Frühstück im Dorf haben wir das Angebot unseres Hotels in Anspruch genommen und eine geführte Tour auf dem See gemacht. Ein Fischer erklärte uns die verschiedenen Techniken des Fischens und auch ein paar Fakten über den See sowie die Geschichten, die sich um ein gefährliches Nilpferd im See ranken. Wir durften sogar einmal selbst ausprobieren zu fischen:
Judith beim Fischen
Leider waren wir nicht so erfolgreich und haben nichts gefangen. Die Tour war sehr interessant aber leider war es auch sehr warm, da wir diese natürlich in der größten Mittagshitze gemacht haben. Naja egal, wir sind es ja doch ein bisschen gewohnt. Anschließend haben wir in unserem Hotel noch schön am See mit einem Buch entspannt und sind am frühen Nachmittag wieder aufgebrochen Richtung Küste nach Ouidah.
In Ouidah angekommen war eine schöne Auberge auch schnell gefunden und so wollten wir uns ins Stadtzentrum aufmachen. Laut unserer Karte müssten wir mit dem Auto im Norden der Stadt angekommen sein und jetzt einfach der Straße Richtung Süden folgen, um ins Zentrum zu gelangen. So machten wir uns Richtung Süden auf und liefen und liefen und liefen. Die Abendstimmung war sehr schön genauso wie die Landschaft.
Die Straße der Sklaven, die diese ehemals angekettet langlaufen mussten
Nur irgendwie wurde es nicht städtischer. Und schließlich sahen wir das Meer und wir waren an der "Porte du non-retour"! Dieses bildet das Ende der "Route des Esclaves" (Straße der Sklaven), die wir eigentlich gar nicht an dem Tag machen wollten und die sich südlich von Ouidah befindet. So hatten wir uns ein bisschen verlaufen. Da es jetzt aber schon dunkel wurde und die Straße doch etwas einsam war, haben wir uns schnell wieder auf den Rückweg gemacht und sind die 4 Kilometer zurück netterweise mit einem Guide gelaufen, der uns viel Interessantes erzählte und uns auch das lange gesuchte Stadtzentrum zeigte, das von unserer Auberge in Richtung Norden war (der "Bahnhof", wo man mit dem Auto ankommt, befindet sich neuerdings wegen einer Umleitung für die Fahrbahnerneuerung südlich der Stadt anstatt wie vorher nördlich, was wir aber nicht wussten). Ich war am Ende ziemlich fertig und wollte einfach nur noch essen und ins Bett...ich vermute wegen der Sonne am Morgen und der unplanmäßigen Wanderung....gesagt, getan!


Tag 7: Auf den Spuren der Geschichte Benins
Für uns stand heute die Stadt Ouidah auf dem Programm. So haben wir mit dem historischen Museum angefangen und einen ersten Eindruck der doch eher traurigen Geschichte Ouidahs und auch Benins bekommen. Zwischen ca. 1600 und 1900 war Ouidah einer der Hauptstützpunkte des Dreieckssklavenhandels und hier wurde der Großteil der Sklaven aus Westafrika auf die Schiffe verladen. Im Museum haben wir Dank einer Führung auch noch mehr über das Dahomé-Königreich und andere kulturelle Besonderheiten Benins erfahren. In einer Teilausstellung des Museums wurden außerdem die Parallelen zwischen den Voodoopraktiken in Benin und Brasilien (dort, wo viele der Sklaven hingekommen sind) aufgezweigt – auch sehr interessant!
Nach einer kleinen Mittagspause begann auch schon unsere Tour auf der "Route des Esclaves", die wir mit einem Führer der Touristeninfo diesmal mit dem Motorrad gemacht haben, die die Sklaven aber selbstverständlich zu Fuß und alle aneinander gekettet gelaufen sind. Unsere Tour begann auf dem Sklavenmarkt in Ouidah, wo die Sklaven verkauft wurden, und ging weiter zum "l'arbre de l'oubli" (Baum des Vergessens), den die Sklaven dreimal umkreisen mussten, um symbolisch gesehen ihre Identität und Herkunft zu vergessen. Im Dorf auf halben Weg befand sich damals als nächste Station der Sklaven eine Hütte ("Case de Zomai"), in der die Sklaven in vollkommener Dunkelheit eingesperrt wurden, um sich an das Gefühl im Schiff zu gewöhnen. Danach ging es zu dem Denkmal im Dorf, das den abertausenden Toten gewidmet ist und an der Stelle errichtet wurde, wo sich ehemals das Massengrab für die Kranken und Schwachen befand – ziemlich bedrückend. Am "l'arbre de retour" (Baum der Rückkehr) soll der Seelen der verschleppten Sklaven gedacht werden und symbolisieren, dass trotz des Baum des Vergessens die Seelen der toten Sklaven in Übersee ihre Herkunft nicht vergessen und zu dieser im Tod wiederkehren werden. Schließlich sind wir zum "Tor ohne Rückkehr" gefahren, wo wir gestern schon gewesen waren und von wo aus die Sklaven auf die Boote verfrachtet worden waren.
Das Tor ohne Rückkehr
Die Tour war sehr interessant und der Guide hat es auch nicht so erzählt, dass unsere Stimmung danach im Keller war. Es war einfach informativ :)
Und so war unser Tag auch schon wieder gefüllt gewesen und es ging auf den Abend zu. Wir suchten uns etwas zu essen und sind früh in die Auberge zurückgekehrt.


Tag 8: Auf zum Strand
Heute hieß es wieder früh aufstehen, da wir mit Ouidah noch nicht durch waren. Als erstes sind wir in das Frauenmuseum gegangen, das ganz der afrikanischen Frau gewidmet war und ihre verschiedenen Arbeiten, Verantwortungen etc aber auch ihr Kampf für Rechte in den hiesigen Gesellschaften veranschaulichte. Vieles wusste ich schon aus dem alltäglichen Leben aber ich finde es sehr gut, dass durch so ein Museum einmal gewürdigt wird, wie viel die Frauen hier eigentlich leisten. Leider besuchen aber, glaube ich, nicht viele Einheimische das Museum. Das finde ich sehr schade, denn es war erstens sehr gut gemacht und zweitens finde ich, dass den Männer hier auch mal vor Augen geführt werden sollte, was die Frauen so tagtäglich leisten....
Den grünen Teil leisten die Frauen, den blauen die Männer
Danach ging es auf in ein zweites Museum, das von der gleichen Stiftung betrieben wird wie das eine in Cotonou. Dieses war nämlich auch ein Museum für moderne afrikanische Kunst. Es war noch größer und mit vielen verschiedenen afrikanischen Künstlern. Mir hat dieses daher noch besser gefallen als das in Cotonou und ich fande es echt sehr gut. Leider waren wir etwas gehetzt, da wir um 11.00 Uhr unser Hotel verlassen mussten. Deshalb sind wir schnell zurück zur Auberge, haben unsere Sachen gesucht und sind zurück ins Zentrum. Wir haben uns vergebens auf die Suche nach einem Internetcafe gemacht und so haben wir ein Auto gesucht und sind weiter gefahren nach Grand Popo, ein kleines Dorf wieder mehr in Richtung Togo und direkt am Meer. Zusammenfassend fand ich Ouidah eindrucksvoll und wegen der Geschichte sehr interessant. Ich finde, man hat auch deutlich einen Unterschied der touristischen Infrastruktur zu den anderen Städten gemerkt: Die Touristeninfo war sehr gut aufgemacht genauso wie die Museen und es gab gute Guides.
Die Hotelsuche in Grand Popo gestaltete sich etwas mühsam, da Grand Popo ein Dorf an gefühlt einer einzigen Straße ist und so sich das Dorf endlos lang hinzieht. Auch die Grundstücke waren alle sehr groß und weitläufig. Ich vermute, dass irgendwann einmal die Grundstückspreise sehr gering waren und es so einen Bauboom gab. An Hotels mangelte es hier aber nicht: es ist ein beliebtes Ziel für Touristen, die am Strand entspannen möchten. Schließlich haben wir die von anderen Freiwilligen empfohlene Lion Bar, eine von einem Rasta betriebene Bar mit Schlafmöglichkeiten, gefunden. Und so endete unser Tag ganz entspannt am Strand.
Abends gingen wir mal wieder auf Essenssuche und mussten ewig weit laufen, um ins Zentrum zu kommen. Aber alles kein Problem :) Außerdem hatten wir im Reiseführer von einem kostenlosen Filmabend jeden Freitag gelesen und schließlich haben wir den Ort auch gefunden und uns einen mehr oder weniger guten Film draußen auf einer Leinwand angeschaut. Es war trotzdem mal wieder schön, einen Film zu schauen.
Diese Nacht hatten wir uns dazu entschieden, die Zelten von dieser Lion Bar auszuprobieren. Und so haben wir direkt am Strand gezeltet. Es war sehr gemütlich mit Julia im Zelt :)


Tag 9: Entspannen am Strand
Dieses war wohl unser entspanntester Tag: aufstehen, Frühstücken gehen und nur noch am Strand liegen. Wir haben viel gelesen, gequatscht, geschlafen, Musik gehört und schließlich waren wir auch schwimmen. Doch die Wellen waren schon ganz schön hoch und vor allem beim Rausgehen hatte ich schon etwas Probleme....aber es war auch sehr schön und das Wasser ziemlich warm.
Im Hintergrund ist unser Zelt und dahinter das Meer...
Wir hatten ein bisschen Langeweile...
Irgendwann hatten wir keine Lust mehr und Hunger...so haben wir geduscht und uns wieder den ewig langen Weg auf ins Zentrum gemacht. Wir haben Reis und jeder eine Ananas verdrückt und waren danach sooooo voll!! Wir ließen unseren Abend in der Strandbar unseres "Hotels" (also draußen wenige Meter vom Strand entfernt) mit Reggae-Musik, einem Cocktail und mehreren anderen Weißen ausklingen. Doch irgendwie waren wir doch erschöpft und so lagen wir auch schon ziemlich zeitig im Zelt.


Tag 10: Rückreise
Heute stand unsere Rückreise auf der Programm, denn am nächsten Tag mussten wir beide wieder bei der Arbeit sein. Ein Auto zur Grenze war schnell gefunden und auch nach Lomé kamen wir problemlos. In Lomé wollten wir noch ein paar Sachen auf dem Markt erledigen, doch da Sonntag war, war der Markt wie ausgestorben und etwas trostlos. So sind wir noch ins Internetcafe gefahren und dann ging es auch schon wieder nach Hause in das schöne Kpalimé.

Es war eine sehr schöne wenn auch (zu) kurze Reise gewesen, wir haben viel über die Geschichte Benins erfahren und sind mit vielen neuen Eindrücken zurückgekehrt. Meiner Meinung nach gibt es auch bis auf den Voodooglaube nicht so arg viele Unterschiede zwischen Benin und Togo. Mit Julia habe ich mich sehr gut verstanden und es war erst mal komisch als sie dann nicht mehr da war. Trotzdem habe ich mich auch auf Kpalimé und die Leute hier gefreut.
Jetzt ist schon wieder Alltag eingekehrt und eigentlich alles beim Alten.
Ganz liebe Grüße aus der Ferne
Judith

Dienstag, 1. April 2014

Judith à l'africaine


Das bin ich mit "Tresses", wie es hier heißt. Das sind eingeflochtene Kunsthaare. Tresses machen sich hier fast alle, wenn sie es sich leisten können, denn die echten Haare sind bei den meisten Togolesen nur kurz und eher fransig.  Doch Tresses gibt es auch noch in ganz anderen Variationen auch mit Wolle und was weiß ich nicht alles. Beliebt ist auch Tissage, das heißt, die eigenen Haare werden eng an den Kopf herangeflochten und dann wird mit Nadel und Faden in diese angeflochtenen Reihen Kunsthaar, das schon frisiert ist, genäht und das ergibt am Ende dann eine Frisur.
Ich habe meine auf dem Foto zusammengebunden (und auch sonst eigentlich immer), weil die ziemlich lang sind (im Zopf bis zum BH hinten) und das echt warm wird und ich es irgendwie störend finde, die immer rumhängen zu haben. Das Reinflechten hat 6 Stunden (!) gedauert und am Ende hatte ich auch echt keinen Bock mehr und einen wunden Arsch. 
Jetzt habe ich sie schon 5 Wochen drin und Freitag kommen sie raus, denn sie sind nicht mehr schön. Außerdem habe ich mal wieder Lust mir die Haare zu waschen :D Ja ist ekelig, aber ich habe sie jetzt 5 Wochen lang nicht gewaschen. Doch wenn ich sie waschen würde, würden sie verkleben mit den Kunsthaaren und ich würde beim Rausmachen noch mehr Haare verlieren als ich es sowieso schon tun werde. Deshalb musste das jetzt mal sein. Aber bis jetzt stinken sie noch nicht. Ist auch mal eine Erfahrung ;)

Dienstag, 25. März 2014

Gesundheit

Für alle Besorgten in Deutschland, die Angst hatten, dass ich in Afrika so oft krank werde mit was-weiß-ich-nicht-allem:
Ich kann euch sagen, ich bin eigentlich gar nicht krank :) Ich hatte zweimal in der ganzen Zeit für einen Tag kleine Magenverstimmungen (Magenschmerzen und Durchfall), sowie einmal Malaria, diese aber auch nur für einen Tag und sie äußerte sich in hohem Fieber (39 °C Grad). Ach ja, einen Tag Fieber hatte ich auch aber ich glaube, dieses lag an Übermüdung und ich habe nur einfach mal eine Tag nichts-tun gebraucht. Sonst bin ich topfit, kann alles essen, Leitungswasser trinken, mir mit Brunnenwasser die Zähne putzen und was-nicht-sonst-noch-alles. Nur als mir letztes Wochenende ein Besucher aus Deutschland Käse mitgebracht hat (echten deutschen Kuhmilchkäse) hatte ich am nächsten Tag Magenschmerzen und habe nichts gegessen. Das fand ich doch eher amüsant, dass mir von „guten“ (:D) deutschen Produkten hier schlecht wird :D Ich habe wohl zu lange keinen richtigen Milchprodukte mehr gegessen, aber ich hoffe, das kommt wieder, wenn ich wieder in Deutschland bin. Also mir geht’s sehr gut soweit.
Leider erwischt es die anderen Freiwilligen immer mal wieder: häufig ist Malaria, auch schon mal heftiger als ich es hatte, aber es ist immer gut wieder weggegangen. Außerdem hatten schon mehrere Amöben oder Parasiten sowie Magen-Darm-Infektionen (was immer das heißen soll). Doch eigentlich können diese Krankheitserreger leicht erkannt werden und auch entsprechend gut behandelt werden, da die Togolesen diese Krankheiten auch nicht selten haben. Letzte Woche hatte allerdings eine Freundin von mir Typhus. Das ist schon eher selten und damit ist nicht zu spaßen aber mittlerweile geht es ihr schon wieder deutlich besser....auch hierfür gab es die richtigen Medikamente. Also muss man sich eigentlich keine Sorgen machen. Nur bei Fällen, wo besondere Geräte wie MRT oder ähnliches gebraucht werden, sieht es eher schlecht aus.

Ich allerdings bin sehr froh über mein gutes Immunsystem und freue mich jeden Tag über meine Gesundheit, vor allem wenn ich die Geschichten der anderen höre ;)

Freitag, 28. Februar 2014

Die Family

Jetzt sind hier die langersehnten Bilder meiner Familie.


Das ist Jean. Er holt gerade Wasser aus unserem neuen Brunnen. Das war ganz am Anfang als es noch eine Baustelle war. Mittlerweile sieht er noch ein bisschen schöner aus.



Das ist Bea (Beatrice), meine Gastmama. Sie wird mich dafür hassen, dass ich dieses Foto reinstelle, denn eigentlich sind das ihre Hausklamotten, doch ich fande es schön natürlich so :) Irgendwann folgt auch mal ein Foto in "schön".


Und das ist Deborah, eine Auszubildene meiner Muter, die seit 2 Wochen bei uns wohnt und mit im Haushalt hilft, aber leider nicht so viel Französisch versteht.



Und da sind sie alle beim sonntäglichen Fufu-Essen. Schmeckt seeehr lecker!

Dienstag, 18. Februar 2014

Neues von der Wetterfront

Jetzt ist gerade Sonntag (ja ich kann den erst ein paar Tage später hochladen aber ihr müsst euch das jetzt einfach vorstellen) und ich sitze in meinem Zimmer und höre Musik und die lauten Regentropfen auf meinem Wellblechdach. Das ist ein enormer Geräuschpegel aber ich finde es total gemütlich. Es riecht nach Sommerregen und diesen liebe ich. Doch wegen des Regens kann ich nicht raus und deshalb dachte ich mir, es wird mal Zeit über das Wetter zu schreiben.
Als ich im September angekommen bin, war gerade Regenzeit. Das heißt aber nicht, dass es wie im Monsun stundenlang ununterbrochen regnet. Nein, es heißt vielmehr, dass es jeden Tag um fünf Uhr nachmittags regnet...man konnte fast die Uhr danach stellen. Manchmal auch noch einmal morgens. Aber es war immer ein regelmäßiger Regen und man hat den in der Luft vorher gerochen (am Himmel gesehen und die Stimmung hat sich geändert). Doch dieser war sehr kräftig und ein richtiger Regen. Aber er dauerte nicht so arg lange und danach war die Luft schön kühl und frisch. Vorher war sie meist eher ein bisschen schwül und drückend.
Dann im November regnete es kaum noch. Stattdessen kam ein frischer, kühler, trockener Wind aus Norden – der Harmattan. In der Nacht wurde es echt ziemlich frisch und auch morgens habe ich mir schon mal eine Strickjacke übergezogen. In dieser Zeit (November/Dezember) sah man dann viele Schulkinder, die morgens mit einem dicken Pulli zur Schule gegangen sind (sooooo kalt war es aber jetzt auch nicht...nichts im Vergleich zu unserem Winter). Dies war auch die Zeit der Erkältungen, mich hatte es auch erwischt, aber nicht weiter schlimm. Es war sehr trocken und dafür mittags auch ziemlich heiß – also größerer Unterschied zwischen Tag- und Nachttemperatur. Ich benutze jetzt die Worte „heiß“ und „kalt“ aber ich kann euch leider nicht genau sagen, wie heiß und kalt das ist. Ich würde sagen, bei „heiß“ sind es hier schon so 35-40° C und bei „kalt“ in der Nacht bestimmt nur 20° C. Aber diese Angaben sind grob geschätzt...ich habe keine Ahnung von richtigen Temperaturen, weil es hier auch keine Thermometer gibt.
Dann war ich im Urlaub und als ich Anfang Januar wiederkam, sagte meine Gastmama mir, dass es in der Zwischenzeit einmal geregnet hatte. Das war aber nicht normal. Auch in den letzten 3 Wochen hat es immer mal wieder (also vielleicht alle paar Tage) einmal am Tag geregnet. Das ist sehr unnormal. Normalerweise ist es in dieser Zeit des Jahres sehr trocken und es wird immer heißer bis ungefähr April. Dann fängt die zweite Regenzeit an. Also auch hier spielt das Wetter verrückt, genauso wie in Deutschland, und ich vermute es liegt am Klimawandel – woran sonst?! Das ist jedoch nicht sehr gut, da die Bauern nicht wissen, ob der relativ regelmäßige Regen momentan anhält oder nicht. Wenn sie jetzt schon aussähen und dann regnet es nachher nicht mehr, ist die gesamte Ernte hin und die Saat war umsonst. Ich persönlich aber finde ein bisschen Regen nicht so schlimm. So gibt es immer mal wieder eine Abkühlung und die Pflanzen werden ein bisschen gegossen. Trotzdem bringt er das gesamte Ökosystem und den Biorhythmus durcheinander. Also merken wir uns: auch hier macht sich der Klimawandel in nicht unwesentlichem Maße bemerkbar. Vielleicht sollten wir bei uns doch mal anfangen, weniger Strom zu verbrauchen, weniger Auto zu fahren, nur lokale Produkte zu kaufen und auf unseren ökologischen Fußabdruck zu achten, denn in anderen Teilen der Welt hat die Veränderung des Klimas, Auswirkungen auf das Überleben von Familien (→ Ernte).

Sonntag, 16. Februar 2014

"Meine" Kiddies

Hier sind ein paar Bilder von meinen Kindern auf der Arbeit. Die sehen jetzt vielleicht alle ganz süß aus auf den Bildern, können aber auch ziemlich laut und unzähmbar sein. Aber eigentlich mag ich sie alle sehr gerne und es ist spannend, zu sehen, wie sie sich verändern und wie jeder so seine Eigenschaften und Eigenarten hat:
Chantal (5 Jahre) und Boube (4 Jahre)


Benoit (5 Jahre), Kokuvi (5 Jahre) und Samuel (5 Jahre, der nicht hier wohnt aber seine Mutter mit mir arbeitet und so ist er auch viel da)


Emanuel (2 Jahre)


Esse (8 Jahre) und Condoliza (6 Jahre)
Raphael (10 Jahre)

Mawssi (1 Jahr) und Kekeli (6 Monate)